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Frühlingsgefühle helfen bei der Suche nach der Wildkatze
BUND erneut auf der Spur der scheuen Jägerin


Petersberg: Wenn in den letzten Wochen dieses Winters für die europäische Wildkatze in Deutschlands Wäldern die Ranz – also die Paarungszeit – beginnt, begibt sich der Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) wieder vielerorts auf die Suche nach neuen Nachweisen der seltenen Katze. „Wir hoffen, dass sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzt und die Wildkatze sich weiter ausbreitet. Dazu untersuchen meine Kollegen in diesem Jahr einerseits bekannte Wildkatzenregionen, um zu sehen, ob sich die Tiere dauerhaft etablieren. Andererseits überprüfen wir bis dato ungeklärte ‚weiße Flecken’“, sagt Nicole Hermes, Wildkatzen-Expertin beim BUND-Regionalverband Halle-Saalekreis,

„Für Sachsen-Anhalt konnten wir seit 2012 bereits 118 Wildkatzenindividuen nachweisen, vor allem im Harz als Kernverbreitungsgebiet, aber auch in vielen Naturschutzgebieten im südwestlichen Landesteil und im Burgenlandkreis. Der Stadt Halle am nächsten waren bisher zwei Lebendnachweise der Wildkatze bei Schmon im Saalekreis und nahe des Süßen Sees bei Eisleben im letztjährigen Winter. Unbestätigte Hinweise anhand von Sichtmeldungen gab es bisher für Schkopau, ebenso für Bernburg und Aken. In dieser Saison hoffen meine Kollegen und ich insbesondere auf Nachweise der Wildkatze an der Goitzsche und in der Dübener Heide, um ihre Ausbreitungswege in den Leipziger Auwald nachvollziehen zu können.

Für die Dübener Heide konnte vor wenigen Tagen ein Kater bestätigt werden, der eng mit den Wildkatzen aus dem Harzvorland verwandt ist, genauso wie die Wildkatzen des Leipziger Auwalds. Für unsere Projekte in Sachsen-Anhalt warten wir auf Fördermittel, so dass wir unsere Arbeit für den Schutz der Wildkatze weiterhin fortführen können. Dazu suchen wir auch immer engagierte Ehrenamtliche und Freiwillige.“ erläutert Nicole Hermes.

Mit dem „Rettungsnetz Wildkatze“ engagiert sich der BUND seit über zehn Jahren für die Europäischen Wildkatze in Deutschland. Um ihrer Verbreitung auf die Spur zu kommen, nutzen die Experten, darunter viele ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer, die sogenannte Lockstock-Methode. Lockstöcke sind mit einer Baldriantinktur eingesprühte Holzstöcke, deren Geruch die Katzen anlocken. Sie werden in den Untersuchungsgebieten nach einem speziellen Schema gesetzt und regelmäßig überprüft. Denn wenn sich die Tiere am Lockstock reiben, bleiben an der rauen Oberfläche Haare hängen, die gesammelt und im Labor analysiert werden

Die Europäische Wildkatze als eigene Art ist eine einheimische Raubkatze, eine echte Ureinwohnerin Europas. Sie lebt zurückgezogen in den wenigen verbliebenen naturnahen Wäldern und steht damit wie kaum ein anderes Tier für die letzte Wildnis in Deutschland. Zu Beginn der 20. Jahrhunderts fast ausgerottet, gibt es heute schätzungsweise 5.000 - 7.000 Individuen.

„Die größte Bedrohung der Wildkatze ist die Zerschneidung und Verarmung ihres Lebensraums durch strukturarme landwirtschaftliche Monokulturen, Straßen und Siedlungen“, so Ralf Meyer, Landesvorsitzender des BUND Sachsen-Anhalt. „Damit sie und viele andere gefährdete Tiere eine echte Überlebenschance haben, braucht es dringend ein Netzwerk an verbundenen Wäldern. Deshalb fordern wir vom BUND eine ‚grüne Infrastruktur‘ für Deutschland.“

Weitere Informationen:
www.bund.net/wildkatze

Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos:
www.bund.net/wildkatzenfotos (Das Copyright entnehmen Sie bitte der Fotobeschreibung.)

Pressekontakt:
Nicole Hermes, Projektbüro Wildkatze, BUND-Regionalverband Halle-Saalekreis, Franzigmark 6,
06193 Petersberg bei Halle, nicole.hermes@bund-halle.de, Tel.: 0345-68257608



Das Projekt „Natura 2000-Rettungsnetz für Wildkatze & Co.“

Dieses Projekt konnte im Oktober 2012 mit zwei Mitarbeitern an den Start gehen und endete im September 2015. Es wurde durch ELER-Mittel und das Land Sachsen-Anhalt finanziert. Dieses Projekt widmete sich zum einen der Erfassung von nach EU-Richtlinie besonders geschützten Tierarten wie der Wildkatze, dem Grauspecht und diversen Fledermausarten in den um Halle gelegenen Landkreisen Saalekreis, Mansfeld-Südharz und Burgenlandkreis, zum anderen der Erarbeitung von Schutzstrategien und einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit für diese Arten.

Wanderkorridor für Wildkatze

Neuer „Wanderweg„ für die Wildkatze
Pflanzung eines Wildkatzenkorridors bei Sangerhausen ab dem 08.04.14
Petersberg, 31.03.14 – vom 8. bis 11. April 2014 pflanzt der BUND Halle-Saalekreis, Projektbüro „Wildkatze & Co„, entlang der Helme bei Sangerhausen einen sogenannten grünen Korridor aus Bäumen und Büschen. Damit sollen Wildkatzengebiete miteinander verknüpft und das Überleben der bedrohten Waldbewohnerinnen gesichert werden.
Aus mehr als 250 einheimischen Bäumen und Sträuchern, darunter Erle, Weide, Haselnuss und Pfaffenhütchen, wird ein ca. ein Kilometer langer und ein Meter breiter Korridor angelegt. Dieser soll den seltenen Wildkatzen ermöglichen, zwischen dem Helme-Fluss und Allstedt zu wandern und sich so neue Lebensräume zu erschließen und Fortpflanzungspartner zu finden. Denn durch Straßen wie die A 71 und Ackerflächen ist die Landschaft zerschnitten, die Wildkatzengebiete voneinander isoliert. Die Pflanzflächen an der Kleinen Helme nahe Niederröblingen werden vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt zur Verfügung gestellt. Gepflanzt wird von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 15 Uhr. Das Wildkatzen-Team freut sich über freiwillige Helfer; Spaten sollten selbst mitgebracht werden.
Die Aktion findet im Rahmen von „NATURA 2000 – Rettungsnetz für Wildkatze & Co„ statt, eines EU-geförderten und vom BUND Halle-Saalekreis seit 2012 koordinierten Artenschutzprojektes. Ziele dieses Vorhabens sind unter anderem, die Bestände der Wildkatzen im südlichen Sachsen-Anhalt zu erfassen, ihre Lebensräume zu bewerten und konkrete Schutzmaßnahmen wie etwa Korridorpflanzungen durchzuführen. Auskünfte werden gerne über die unten erwähnten Kontaktmöglichkeiten gegeben.
Tel.: 0345 68257608 und 0152 34 17 75 09 | wildkatze&co@bund-halle.de
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Dieses Projekt wird gefördert durch


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Fledermaus-Nächte

Anlässlich der Internationalen Fledermausnacht am letzten Augustwochenende und im Rahmen des BUND-Projektes
"Natura 2000- Rettungsnetz für Wildkatze und Co" organisiert der BUND Halle-Saalekreis gemeinsam mit dem Büro Myotis 5 öffentliche Fledermausnächte mit Detektorerfassungen und Netzfängen in folgenden FFH-Gebieten:

Pressemitteilung

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Kontakt:
BUND-Wildkatzenbüro Saalekreis
0345 68257608

wildkatze@bund-halle.de

weitere Infos unter
www.wildkatze-in-sachsen-anhalt.de